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Drei hölzerne Infotafeln in Form von kleinen Häuschen an einem Holzzaun im Storchendorf Rühstädt, auf denen handschriftlich die Ankunfts- und Abflugsdaten der Störche dokumentiert sind.

Das Europäische Storchendorf Rühstädt

Wo der Storch zu Hause ist

Direkt am Elberadweg, zwischen Wittenberge und Havelberg, liegt einer der bekanntesten Storchenorte Deutschlands: Rühstädt. Jahr für Jahr kehren die Weißstörche aus ihren Winterquartieren zurück und prägen das Ortsbild mit ihren imposanten Nestern auf Dächern, Schornsteinen und Masten. Das charakteristische Klappern ihrer Schnäbel gehört hier zum Sommer wie die Elbe zur Prignitz.

Mit rund 30 Brutpaaren zählt Rühstädt seit Jahrzehnten zu den storchenreichsten Dörfern Deutschlands. Im Jahr 1996 wurde der Ort von der Naturschutzstiftung EuroNatur als »Europäisches Storchendorf« ausgezeichnet – als erstes und bislang einziges Dorf Deutschlands.

  1. Vorschaubild Luftaufnahme von einem großen Storchennest auf einem roten Hausdach in Rühstädt, in dem ein ausgewachsener Weißstorch neben seinen drei im Nest liegenden Jungvögeln steht.

Ein Dorf und seine Störche

Die besondere Beziehung zwischen den Rühstädterinnen und Rühstädtern und ihren gefiederten Sommergästen reicht weit zurück. Viele Familien haben ihr »eigenes« Storchenpaar auf dem Haus- oder Scheunendach. Jedes Frühjahr werden die Horste vorbereitet, bevor die ersten Störche aus Afrika zurückkehren. Im August machen sich die Tiere dann wieder auf die lange Reise in den Süden.

Die Lage mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg bietet ideale Bedingungen: Feuchtwiesen, Weiden, Gewässer und die weiten Elbauen sorgen für ein reichhaltiges Nahrungsangebot und machen die Region zu einem der bedeutendsten Storchengebiete Deutschlands.

  1. Vorschaubild Drei Weißstörche suchen auf einem großen, goldenen Stoppelfeld nach Nahrung, während sich im Hintergrund eine große Schar von Wildgänsen vor einer dichten Baumreihe sammelt.

30 Jahre Europäisches Storchendorf

Im Jubiläumsjahr blickt Rühstädt auf drei Jahrzehnte als Europäisches Storchendorf zurück. Die Auszeichnung würdigt nicht nur den außergewöhnlichen Storchenbestand, sondern auch das langjährige Engagement der Einwohnerinnen und Einwohner, des Storchenclubs, des NABU und vieler weiterer Unterstützer für den Schutz der Weißstörche und ihrer Lebensräume.

Das Jubiläum wird mit einem großen Storchenfest gefeiert am 24. und 25. Juli.

  1. Vorschaubild Zwei ausgewachsene Weißstörche stehen dicht nebeneinander in einem großen Reisignest, wobei ein Storch den Kopf weit nach hinten biegt und die Flügel leicht ausbreitet.

Sehenswertes in Rühstädt

Gut zu wissen

Tipp: Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch in den Abendstunden, wenn die Störche zu ihren Horsten zurückkehren und das Dorf vom Klappern der Schnäbel erfüllt wird.

Kopfmotiv: Michael Richter