Der Weißstorch
Steckbrief: Der Weißstorch - das Wahrzeichen von Rühstädt
Der Weißstorch wird auch »Meister Adebar« oder »Klapperstorch« genannt, was auf das laute, charakteristische Klappern des Schnabels am Nest zurückzuführen ist.
- Größe: 95 bis 110 cm groß
- Gewicht: ca. 3,5 kg
- Aussehen: Mit seinen langen roten Beinen, dem markanten roten Schnabel und dem überwiegend weißen Gefieder ist der Weißstorch kaum zu verwechseln. Nur die großen Schwungfedern und Teile der Flügel zeigen sich in kräftigem Schwarz. Sein aufrechter Gang, die beeindruckende Flügelspannweite und sein ruhiges Auftreten verleihen ihm eine besondere Eleganz. Kein Wunder, dass der Weißstorch als Symbol für Glück, Heimat und lebendige Natur gilt.
- Verhalten: Weißstörche bauen ihre großen Horste aus Ästen und Zweigen bevorzugt an erhöhten Standorten. Häufig sind ihre Nester auf Hausdächern, Schornsteinen, Masten oder Kirchtürmen zu finden. In Rühstädt gibt es ca. 30 Horste. Das markanteste befindet sich auf dem Wasserturm. Nur gelegentlich wählen sie Bäume als Brutplatz. In der Luft sind Weißstörche meist mit ruhigen, kraftsparenden Segelflügen unterwegs. Dabei strecken sie ihren langen Hals gerade nach vorn und nutzen aufsteigende Luftströmungen, um weite Strecken zurückzulegen.
- Lebensraum: Der Weißstorch fühlt sich in offenen und abwechslungsreichen Landschaften besonders wohl. Feuchtwiesen, Weiden, Wiesen und naturnahe Gewässer bieten ihm ideale Bedingungen für die Nahrungssuche. Gerade die weiten Elbauen mit ihren artenreichen Wiesen und Wasserflächen sind ein wertvoller Lebensraum für den charakteristischen Vogel.
- Nahrung: Der Weißstorch ist ein geschickter Jäger und bei seiner Nahrung nicht besonders wählerisch. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Mäuse, Frösche, Kröten, Eidechsen, Regenwürmer sowie große Insekten wie Käfer oder Heuschrecken. Was die Landschaft gerade bietet, wird genutzt. Gut zu wissen: Dabei hat ein erwachsener Weißstorch einen beachtlichen Appetit: Täglich benötigt er rund 500 Gramm Nahrung – etwa ein Siebtel seines Körpergewichts. Während der Aufzucht ihrer Jungen sind Storcheneltern nahezu ununterbrochen auf Nahrungssuche. Dann kommen für eine Storchenfamilie schnell mehrere Kilogramm Futter pro Tag zusammen.
- Stimme: Der Weißstorch gehört zu den eher schweigsamen Vögeln. Da ihm die für viele Vogelarten typischen Gesangsorgane fehlen, ist er meist nur durch sein charakteristisches Schnabelklappern zu hören. Besonders am Nest begrüßen sich Partner mit diesem weithin hörbaren »Klapperkonzert« oder verteidigen damit ihr Revier. Das trockene, hölzern klingende Geräusch ist das wohl bekannteste Erkennungsmerkmal des Weißstorchs.
- Der Weißstorch gehört zu den bekanntesten Zugvögeln Europas. Jeden Herbst macht er sich auf den Weg in seine Winterquartiere, die überwiegend in Afrika südlich der Sahara liegen. Dabei legt er mehrere tausend Kilometer zurück. Da Störche für ihre weiten Segelflüge auf warme Aufwinde angewiesen sind, meiden sie längere Strecken über dem Meer. Statt das Mittelmeer direkt zu überqueren, wählen sie den Weg über die Landengen von Gibraltar im Westen oder den Bosporus im Osten. Im Frühjahr kehren sie schließlich in ihre angestammten Brutgebiete zurück – oft sogar auf genau den Horst, den sie bereits in den Vorjahren genutzt haben.
- Gefährdung: Die Bestände des Weißstorchs haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erfreulich entwickelt. Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen und verbesserter Lebensbedingungen konnten sich viele Populationen erholen. Deshalb gilt der Weißstorch heute nicht mehr als stark gefährdet und wird in Deutschland auf der Vorwarnliste geführt. Zu dieser positiven Entwicklung hat auch ein verändertes Zugverhalten beigetragen: Viele westziehende Störche überwintern inzwischen näher an ihren Brutgebieten und legen deutlich kürzere Strecken zurück. Die Bestände der ostziehenden Population, zu der auch die Störche in der Prignitz gehören, zeigen hingegen einen weitgehend stabilen Trend. Dennoch bleibt der Erhalt von Feuchtwiesen, Weiden und naturnahen Landschaften wichtig, damit der Weißstorch auch künftig ausreichend Nahrung und geeignete Brutplätze findet.
Noch mehr Storch erleben
Wer tiefer in die Welt der Weißstörche eintauchen möchte, ist im NABU-Besucherzentrum Rühstädt genau richtig. Die moderne Ausstellung »Störche der Welt« vermittelt spannende Einblicke in das Leben des Weißstorchs und seiner Verwandten. Per Live-Kamera kannst du sogar einen exklusiven Blick in den Horst werfen und mit Glück die Fütterung der Jungtiere oder die ersten Flugversuche beobachten.
- Mai bis August: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
- Ferien und gesetzliche Feiertage: Montag geöffnet
Während der Storchensaison finden regelmäßig freitags und samstags um 14 Uhr Führungen durch Rühstädt statt. Treffpunkt ist das Besucherzentrum. Eine Anmeldung wird empfohlen.
Eintrittspreise:
- Erwachsene: 3,50 €
- Kinder (6–14 Jahre): 1,50 €
- Familien: 7,50 €
Dorfführung
