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Kyritz an der Knatter

»Mord und Totschlag« in der Hansestadt

Als “Kyritz an der Knatter” ist die in Brandenburg gelegene Kleinstadt weithin bekannt. Jedoch durchfließt nicht die Knatter die Stadt, sondern die Jäglitz. Der liebevoll-spöttische Beiname stammt der Legende nach von Reisenden, die einst auf dem Postweg Berlin - Hamburg hier Station machten und sich vom Rattern und Knattern hölzerner Mühlenräder gestört fühlten.

 

Die Edlen Herren von Plotho verliehen Kyritz 1237 das Stendaler Stadtrecht. Im 14. und 15. Jahrhundert erwehrten sich die tapferen Bewohner dann gleich zweimal erfolgreich den Angriffen des mecklenburgischen Raubritters Kurt von Bassewitz.

 

Auch als Hansestadt wurde Kyritz bekannt. Gehandelt wurde vor allem mit Tuchen und dem Bier mit dem rauflustigen Namen “Mord und Totschlag”. Das 1303 erstmals erwähnte Franziskanerkloster gehörte zu den bedeutendsten der Mark.

 

 

 

 

Bürgerhaus

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft “Städte mit historischen Stadtkernen” des Landes Brandenburg hat sich Kyritz dem Erhalt historischer Bausubstanz verpflichtet. Viele liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser geben der Stadt einen ganz besonderen Charme. Auch der Kirchplatz und der gesamte Marktplatz mit seiner Friedenseiche wurden stilgerecht rekonstruiert.

 

 

 

Geprägt wird das Stadtbild von der Doppelturmfront der St. Marienkirche, errichtet 1850 nach einem Entwurf des damaligen preußischen Oberhofbaurates Stüler. Sehenswert in der Kirche sind unter anderem das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, ein Gemälde aus der Rubensschule und die Reubke-Orgel von 1873.

 

Direkt vor der kleinen Heimatstube am Marktplatz erzählt der Bassewitzbrunnen die Sage von den mutigen Kyritzer Marktfrauen, die vor 600 Jahren den Ritter Bassewitz mit heißem Hirsebrei übergossen und damit besiegten. Sein Schwert, mit dem er anschließend hingerichtet wurde, und eine alte Kölner Bibel werden im kastellartigen Rathaus aufbewahrt.

 

Vom Kloster sind heute nur noch Reste erhalten. Jedoch soll das virtel zum Kulturzentrum ausgebaut werden. Bereits jetzt gibt es im Frühling und Sommer zahlreiche Veranstaltungen im romantischen Klostergarten. 

 

Eine weiteres Kyritzer Kleinod - der Rosengarten - wurde mit Spielplatz, Pavillon, Ruheplätzen, Wasserlauf und Teich neu gestaltet. Das Wahrzeichen des Parks ist die aus weißem Karara-Marmor gefertigte Skulptur “Die Woge” des Bildhauers Fritz Klimsch.

 

Östlich der Stadt liegt umgeben von dichten Wäldern die 23 Kilometer lange Kyritzer Seenkette. Motorboote sind hier nicht zugelassen. Dafür finden am und auf dem Wasser Segler, Angler, Radfahrer und Wanderer beste Bedingungen für sportliche Betätigung, Erholung und wunderschöne Naturbeobachtungen. Sehr attraktiv ist auch das Strandbad am Kyritzer Untersee, das von Mai bis September geöffnet ist. Einmalig idyllisch liegt inmitten des Untersees die Gaststätte Insl.


Vom Verkehrslandeplatz Kyritz-Heinrichsfelde kann zu Rundflügen und Ballonfahrten gestartet werden. Der Verkehrslandeplatz verfügt über eine 1.000 Meter lange, in der Nacht "befeuerte" Bitumen-Start- und Landebahn und einen Tower und ist für Flugzeuge bis 5.700 kg MPM, Motorsegler, Hubschrauber, Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge zugelassen. Am Verkehrslandeplatz ist das Agrarflugmuseum angesiedelt.

 

Weitere Informationen: Kyritz